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Drei Tage feiert Gochsheim sein Altstadtfest. Es beginnt am Samstag, 12. August mit dem traditionellen Fassanstich durch Bürgermeister Ulrich Hintermayer, der vom Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr musikalisch begleitet wird. Am Montag Abend klingt das Fest in den Zelten der Vereine aus, die zwischen Schloss und Kirche aufgestellt sind. Gochsheim ist mit der Stadtbahnlinie S 32 selbst ohne Auto gut zu erreichen. Dabei bietet sich auch die Verbindung mit einer Radtour oder einer Wanderung an.
Spiele und Geschichten für Kleine und Große
Für Kinder bietet die Christliche Gemeinschaft Gochsheim hinter dem ehemaligen Rathaus eine phantasievolle Spielstraße an. Auf den alten Gassen und Plätzen trifft man den Puppenspieler und mitten zwischen den Marktständen den Märchenerzähler, wo man verweilen kann, um spannende Geschichten aus dem Reich der Phantasie zu hören. Der Kleintierzüchterverein wird mit seinen Kaninchen und Meerschweinchen an einem schattigen Plätzchen einen Streichelzoo aufbauen
Stände der Handwerker und fliegenden Händler in der Hauptstraße
Die Hauptattraktion des Festes ist der historische Handwerkermarkt entlang der Hauptstraße in Gochsheim, wo alte Handwerkstechniken vorgeführt werden. Das alte Fachwerkensemble dieser Straße, die dann für den Autoverkehr gesperrt ist, gibt für den Markt die rechte Kulisse ab. Steinbildhauer Volker Bender von der Galerie Sternenstaub wird mit anderen schlagkräftigen Besuchern des Festes profanen Steinstaub erzeugen, wenn sie sich an verschiedenen Rohlingen mit Hammer und Meißel ausprobieren. Besondere Aufmerksamkeit verdient der Jeder-Mensch-Stein, den Bender auch beim Altstadtfest aufstellt. Hier kann sich jeder und jede mit einem eingemeißelten Zeichen oder Muster „verewigen“. Der Stein wird dann im Spätjahr zu Gunsten des „Festival der guten Taten“ in Kraichtal versteigert. Angelika Braig, freischaffende Künstlerin aus Bahnbrücken verlegt ihr Atelier für dieses Wochenende in die Hauptstraße von Gochsheim und wird Töpferarbeiten präsentieren. Der Bürsten- und Besenmacher zeigt wie diese sehr handfesten und strapazierfähigen Reinigungsgeräte hergestellt werden. Altertümliches und fast schon Vergessenes, aber dafür umso Interessanteres gibt es beim Antikmarkt aus Heidelsheim. Auch die Justizvollzugsanstalt Bruchsal beteiligt sich am Handwerkermarkt und führt das Schuhmacher- und das Buchbinderhandwerk vor. Ute Nuber aus Gochsheim zeigt wie Wolle gesponnen wird und was man mit der Wolle – außer verstricken - alles machen kann. Mitarbeiter der Lebenshilfe Bruchsal / Bretten bauen Nistkästen – bereits für die nächste Saison 2006 / 07. An anderen Ständen können die Besucher zusehen, wie Leder genäht wird oder eine Kerze beim Wachszieher entsteht. Ein Imker erklärt den Weg von der Blüte zum Honig und schenkt Honigbier aus. Der Weltladen aus Menzingen gibt der Gochsheimer Hauptstraße internationales Flair. Am Stand des Zauberlädle sind dekorative Flechtmuster zu bewundern. Weiterhin sind auf der Handwerker-Meile der Korbmacher und der Stuhlflechter zu sehen, kunstvolle Keramik- und Silberschmiedearbeiten sowie rustikale und filigrane Holzschnitzereien. Seile gab es in früheren Zeiten nicht nur aus Hanf, sondern auch aus Stroh. Und dass selbst die „heben“, kann man auch auf dem Handwerkermarkt sehen. Die Waschweiber aus Bretten zeigen am Rathausbrunnen, der erst vor kurzem vom Heimat- und Museumsverein Kraichtal renoviert wurde, wie mühsam dermaleinst das Wäschewaschen war – ohne Waschmaschine, Schleuder und Trockner.



Die Vereine übernehmen die Bewirtung und die Unterhaltung.

Wen es nach dem Bummel durch die Handwerkerwelt vergangener Zeiten nach etwas Deftigem zu essen gelüstet oder nach einem kühlen Bier, einem badischen Wein oder einer spritzigen Limo, der ist in den Zelten der Ortsvereine genau richtig. Hier gibt es regionale und auch internationale Küche. Die Zelte stehen auf der Gastronomie-Meile zwischen Kirche und Schloss. Hier gibt es Bratwürst’ und Steaks, Kraichgau-Forelle und Vegetarisches, badische und thailändisch-exotische Spezialitäten. Keiner soll mit knurrendem Magen nach Hause gehen müssen. Die Vereine sorgen auch für musikalische Unterhaltung in ihren Zelten. Bei den Akkordeonfreundenak Kraichgau werden befreundete Orchester auftreten und mit volkstümlichen als auch mit „peppig-popigen“ Melodien erfreuen. Am Montag ab 11.30 Uhr laden die Vereine zum „Handwerker-Essen“ ein, in das sich auch die Nichthandwerker oder Senioren einreihen können. Da kann dann schon mal zu Hause die Küche kalt bleiben.
Besonderheiten neben dem Altstadtfest
Zusätzlich zum Altstadtfest hat Gochsheim noch weiteres Sehenswertes zu bieten, für das es sich lohnt einen Abstecher nach „Gochze“ zu machen. Die Museen – Zuckerbäcker- und Bäckerei-Museum sowie das Graf-Eberstein’sche Schloss mit verschiedenen wertvollen Sammlungen – sind am Sonntag Nachmittag geöffnet. Stadtführungen mit ausgesprochenen Kennern der Gochsheimer Geschichte bieten die Möglichkeit, den Stadtteil aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und Wissenswertes über das Leben „anno dazumalsak“ zu erfahren. Im Talgrund kann man bei seinem Rundgang im Sinnengarten einmal Schuhe und Strümpfe ausziehen und mit den bloßen Füßen spüren, wie sich ganz unterschiedliche Bodenbeläge anfühlen. Das piekst und kribbelt, das kitzelt und streichelt, das reibt und tut einfach gut
Gochsheim, die über 1.200 Jahre alte ehemals selbstständige Stadt, hat eine lebendige Vergangenheit und stellt sich mit Phantasie den Herausforderungen der Zukunft.